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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

Eine vordergründig selbstverständliche Forderung stößt auf Umsetzungsprobleme

Die Antwort auf die Fragestellung scheint offensichtlich zu sein. Es gehört zu unserem Gerechtigkeitsempfinden, dass gleiche Arbeit mit gleichem Lohn belohnt wird. Unrecht handelt, wer für gleiche Arbeit unterschiedliche Löhne zahlt. Verständlich ist die Kritik der Arbeiter im Weinberg, die des Tages Last und Hitze trugen und den gleichen Lohn empfingen wie diejenigen, die nur eine Stunde arbeiteten (Matthäus 20,1-15) (1). Bevor wir auf das Problem der Gerechtigkeit der Entlohnung eingehen wollen, soll darauf verwiesen werden, dass die Bibel sich für die armen Tagelöhner einsetzt. Sie weiß etwas von ungerechter Bezahlung und der Macht der Reichen. In 5. Mose 24,14 f. heißt es in den sozialpolitischen Regeln: „Dem Tagelöhner, der bedürftig und arm ist, sollst du seinen Lohn nicht vorenthalten ..., sondern du sollst ihm seinen Lohn am selben Tage geben, dass die Sonne nicht darüber untergehe - denn er ist bedürftig und verlangt danach“. Der Prophet Jeremia warnt: „Weh dem, der sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und gibt ihm seinen Lohn nicht (Jeremia 22,13).“ Jede Ausbeutung des Schwächeren wird in der Bibel verurteilt. Jesus sagt einmal, dass jeder Arbeiter seines Lohnes wert sei (Lukas 10,7). Die ethischen Gerechtigkeitsvorstellungen (2) verlangen, dass jeder das Seine bekommen solle. Muss also für gleiche Arbeit gleicher Lohn gezahlt werden? Beim genaueren Hinsehen stellen wir fest, dass diese Frage nicht so leicht beantwortet werden kann.

Zuerst muss geklärt werden, was mit gleicher Arbeit gemeint ist. Ist die gleiche Anstrengung oder sind die gleichen Ergebnisse gemeint? Wir können uns leicht vorstellen, dass zwei Personen gleiche physische Anstrengungen unternehmen. Weil der eine geschickter ist als der andere, bekommt er seine Arbeit schneller fertig. Soll nun nach dem zeitlichen Aufwand, der physischen Anstrengung oder dem Ergebnis der Arbeit bezahlt werden? Manche Leute mühen sich ab, finden aber keine Nachfrager für ihre Produkte. Um wenigstens einige Früchte Arbeit ernten zu können, muss der Produzent mit seinen Preisen heruntergehen, was seinen „Unternehmerlohn“ senkt. In einer marktwirtschaftlichen Ordnung entscheiden nämlich Angebot und Nachfrage gemeinsam den Wert auch von Arbeitsanstrengungen. In einer freien marktlichen Wirtschaftsordnung wird keine höhere Instanz den Wert von Tätigkeiten für die Erzeugung bestimmter Produkte festlegen können. Die Menschen fragen jene Produkte nach, die sie - aus welchen Gründen auch immer - besitzen wollen. Danach bemisst sich ihr Wert. Solange kein Schaden für andere entsteht, gibt es keinen Anlass, hier korrigierend einzugreifen (3).

Interessen hinterfragen

Das Problem wird noch dadurch ausgeweitet, dass gefragt werden muss, wer denn diese Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“ aufstellt. Nehmen wir einmal an, dass ein Arbeitsloser bereit wäre, unterhalb des Tariflohns zu arbeiten um überhaupt eine Beschäftigung zu finden. Er würde dann freiwillig auf den ihm zustehenden gleichen Lohn verzichten. Wenn andere ihn zwingen wollen, nur für den Tariflohn zu arbeiten, dann versuchen sie, sich dem Wettbewerb zu entziehen. Die Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ kann daher im politischen Prozess durch Interessengruppen missbraucht werden. Zwei Beispiele für den Missbrauch des anscheinend vernünftigen Prinzips möchte ich kurz skizzieren: Mit der deutschen Vereinigung ergab ein verbundener Wirtschaftsraum mit unterschiedlichen Lohnniveaus zwischen der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik. Die Löhne im Westen lagen erheblich über den Löhnen im Osten - selbst für gleiche Arbeit (wie immer sie definiert wird). Der niedrigere Lohn bei vergleichbar fleißigen Arbeitnehmern in den neuen Bundesländern war eine Bedrohung für die westdeutschen Arbeiter. Ausländische Investoren hätten gerne in Ostdeutschland investiert, da die niedrigen Löhne eine schnelle Amortisierung möglicher Investitionen gesichert hätten. Sie hätten den alten Kapitalstock vernichtet und durch neue Investitionen zu blühenden Landschaften im Osten beigetragen. In Folge wäre jedoch die Nachfrage nach Arbeit in Westdeutschland gesunken mit dem Ergebnis höherer Arbeitslosigkeit in den alten Bundesländern.

Die Forderung der westdeutschen Gewerkschaften nach höheren Löhnen im Osten, im Sinne des Prinzips „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ führte nun zu einer zu raschen Anpassung östlicher Löhne und damit zu der beobachteten Arbeitslosigkeit und dem Ausbleiben der wirtschaftlichen Entwicklung in den neuen Ländern. Da die Produktivität der östlichen Arbeitnehmer wegen des veralteten Kapitalstocks niedriger war als die der westlichen Arbeitnehmer kam es zu dem beobachteten katastrophalen Einbruch der Beschäftigung. Der Einsatz der westdeutschen Gewerkschaften für höhere Löhne der ostdeutschen Arbeitnehmer klang gut, hatte den Anschein, dass sich die westdeutschen Gewerkschaften um die benachteiligten ostdeutschen Arbeitnehmer kümmern würden, hatte aber (ob berechnet oder nicht) die Auswirkung, dass die neuen Bundesländer kaum Entwicklungsperspektiven bekamen. Selbst wenn die Lohnforderungen „gut gemeint“ gewesen sein sollten, haben sie zu der zunehmenden wirtschaftlichen Entfremdung beigetragen.

Das „Entsendegesetz“

Einen weiteren Missbrauch des Prinzips „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ kann man im Bausektor beobachten. Dort führte dieser Ruf dazu, dass die Bundesregierung das sogenannteEntsendegesetz erliess, zum Schutz der heimischen und zum Schaden ausländischer Arbeitnehmer. Durch die vier Freiheiten des europäischen Binnenmarktes:

(1) freier Warenverkehr,

(2) freier Kapitalverkehr,

(3) freier Dienstleistungsverkehr,

(4) Freiheit der Arbeitskräfte,

war ausländischen Firmen die Möglichkeit gegeben, ihre Bautrupps auf deutschen Baustellen einzusetzen. Englische und portugiesische Baufirmen nutzten diese Freizügigkeitsrechte aus und entsandten ihre Arbeitnehmer auf deutsche Baustellen, wobei sich die Entlohnung ihrer Arbeitnehmer an den Tariflöhnen der Heimatländer ausrichtete. Billige Entsendearbeiter verdrängten deutsche Bauarbeiter. Das EU-Recht erlaubte nicht, hiergegen einzuschreiten. Das Diskriminierungsverbot half nicht weiter, da sie den Lohn ihrer Heimatländer erhielten. Die Lösung wurde nun mit Hilfe des Prinzips „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ gesucht. In Deutschland wurden verbindlich Mindestlöhne festgelegt, so dass EU-Arbeiter nicht mehr billiger auf deutschen Baustellen arbeiten konnten als deutsche Arbeitnehmer. Im Jahre 1994 arbeiteten 200.000 ausländische Arbeitnehmer auf deutschen Baustellen, gleichzeitig waren 300.000 deutsche Bauarbeiter als arbeitslos gemeldet. Mit Hilfe des „Entsendegesetzes“ sollten die deutschen Bauarbeiter nun vor ausländischer Konkurrenz geschützt werden (4).

Wie ist in diesem Fall der Ruf nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit zu bewerten? Es zwingt billigen ausländischen Arbeitnehmern auf deutschen Baustellen die hohen deutschen Löhne auf, wodurch die Tarifautonomie außer Kraft gesetzt wird. Eine ganze Branche erhält Mindestlöhne vorgeschrieben, die weit über den Ecklöhnen anderer Branchen liegen. Die Allgemeinverbindlichkeit torpediert innerstaatliche Konkurrenz, da auch Baufirmen aus den neuen Bundesländern ihre Arbeitnehmer nicht zu günstigeren Löhnen in die alten Bundesländer entsenden können.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit unterläuft den freien Austausch von Waren, Gütern und Arbeitskräften, der eigentlich Grundlage der wirtschaftlichen Prosperität ist. Das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ wurde von Interessengruppen mißbraucht und ist als Rückfall in protektionistisches Denken zu werten. In Folge werden die Verbraucher geschädigt, weil die Kosten für Bauen und Mieten ansteigen. Bei den öffentlichen Hände tragen höhere Ausgaben für die Bauleistung zu einer zusätzlichen Steigerung der Staatsverschuldung bei. Zynisch klingt die aufgeführte Begründung, dass gleicher Lohn für gleiche Arbeit ausländische Arbeitnehmer vor der Ausbeutung schützen soll. Im Ergebnis waren die neuen Bürger in den neuen Bundesländern in einem höheren Maße arbeitslos als die westdeutschen Bürger bzw. wurde Arbeitslosigkeit in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union exportiert (5).

Die Lohnhöhe bestimmen

Schließlich stellt sich die Frage, wie die Lohnhöhe bestimmt werden sollte. Die neoklassische Wirtschaftstheorie verlangt eine Lohnhöhe, die dem Wertgrenzprodukt des Arbeitnehmers entspricht. Dies bedeutet, dass der zusätzliche Beitrag eines weiteren Arbeitnehmers ihm in Form des dafür zu zahlenden Lohnes zugerechnet werden kann oder sollte. Ist ein Arbeitnehmer nicht in der Lage, durch seine Beschäftigung das Ergebnis der Firma mindestens um seine Lohnhöhe aufzustocken, dann lohnt es sich für den Arbeitgeber nicht, diesen einzustellen. Es ist nicht Aufgabe der Unternehmen, generell Sozialhilfemaßnahmen durchzuführen. Die Einstellung eines Arbeitnehmers muss sich langfristig lohnen. Demzufolge muss die Lohnhöhe von der Produktivität des einzelnen abhängig sein. Diese Argumentation ist zwar theoretisch richtig, jedoch schwer in die Praxis umzusetzen. Ein Arbeitnehmer hat nicht jeden Tag die gleiche Produktivität. Außerdem ist es nicht leicht feststellbar, inwieweit sich durch die Einstellung eines weiteren Arbeitnehmers das Betriebsergebnis verbessert. Zusätzlich möchte der Arbeitnehmer vorher wissen, welchen Lohn er erhält.

Gerade in den Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen ist das gegenseitige Vertrauen sehr wichtig. Die Wirtschaftstheorie spricht vom Problem des Prinzipals und des Agenten (5). Wie kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer so kontrollieren, dass er auch die vereinbarte Leistung erbringt? Es gibt nämlich die Möglichkeit des Drückebergertums. Wie hoch sollte nun der Lohn sein, um dieses Problem zu lösen? In diesem Zusammenhang ist die Effizienzlohnthese entwickelt worden, die in zwei Varianten vorliegt. Die ältere Variante besagt, dass ein hoher Lohn dem Arbeitnehmer einen Anreiz bietet, für den Arbeitgeber mehr zu leisten. Zahlt der Arbeitgeber schlecht, dann wird der Arbeitnehmer keine Veranlassung sehen, sein Bestes auf dem Arbeitsplatz zu geben. Er wird sich vor der Arbeit drücken. Empfindet der Arbeitnehmer den Lohn für fair oder hat er den Eindruck, dass er einen hohen Lohn erhält, wird er demzufolge eine höhere Leistung erbringen. Auch aus Sicht des Arbeitgebers ist es vernünftig, einen höheren Lohn zu zahlen als tariflich vereinbart. Im Falle eines drückebergerischen Verhaltens besteht die Gefahr der Kündigung. Bei Arbeitslosigkeit und übertariflicher Bezahlung ist der Arbeitnehmer nicht sicher, ob er wiederum und schnell einen gut bezahlten Arbeitsplatz findet, was für ihn einen Anreiz bedeutet, pflichtgemäß seine Arbeit zu tun. Ein anderes Anreizsystem wird gerade in einem niedrigeren Anfangslohnsatz gesehen. Allerdings wird dem Arbeitnehmer versprochen, dass er jährliche Lohnsteigerungen erhält. Von daher besteht für den Arbeitnehmer ein Anreiz, die erwarteten Leistungen zu erbringen, weil er bei Nicht-Kündigung mit einem höheren Lohn rechnen kann. Bringt er seine Arbeitsleistung nicht und wird ihm deshalb gekündigt, muss er bei einem neuen Arbeitgeber wiederum mit einem niedrigeren Lohnsatz anfangen. Hierdurch besteht ein Anreiz, dass Arbeitnehmer ihre vertraglichen Pflichten des Arbeitsverhältnisses auch einhalten (7). Auch hierdurch ergeben sich für anscheinend gleiche Arbeit ungleiche Lohnsätze.

Das Problem des gleichen Lohns für gleiche Arbeit ist in einem hohen Maße verbunden mit dem Problem der Anreize. Ein Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer würde helfen, das Prinzipal-Agenten-Problem zu überwinden, denn. nur der Agent, der Arbeitnehmer, weiß, ob er sein Bestes gibt. Die Motivation des Arbeitnehmers hängt aber auch davon ab, wie er sich von seinem Arbeitgeber behandelt fühlt (8).

Aus den Ausführungen lässt sich ersehen, dass das auf den ersten Blick einleuchtende Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ nicht einfach umgesetzt werden kann. Grundsätzlich soll für gleiche Arbeit der gleiche Lohn bezahlt werden, aber Bestimmung und Messung der gleichen Arbeitsleistung ist schwierig. Zudem kann in einer marktwirtschaftlichen Ordnung auch eine erhöhte Nachfrage für gleiche Arbeitsanstrengungen unterschiedliche Löhne mit sich bringen, da der eine Arbeitnehmer in einem höheren Maße zur gesamtgesellschaftlichen Erfüllung der Bedürfnisse beiträgt als ein anderer Arbeitnehmer, der deshalb einen niedrigeren Lohn erhält. Dieser niedrigere Lohn soll jedoch einen Anreiz bieten, dass er sich umorientiert in solche Beschäftigungsfelder, die von der Gesellschaft erwünscht sind, was durch eine höhere Nachfrage und damit höheren Löhnen zum Ausdruck kommt. In der gesellschaftlichen Diskussion muss der Kritiker immer genau fragen, aus welchen Interessen bestimmte Forderungen erhoben werden. Ein an sich richtiges Prinzip kann in der wirtschaftspolitischen Auseinandersetzung leicht für protektionistische Maßnahmen und zur Erzielung von Nichtleistungseinkommen missbraucht werden.

Anmerkungen / Literatur

(1) Die Zielsetzung dieses Gleichnisses Jesu ist nicht die Rechtfertigung gleicher Löhne für ungleiche Arbeit, sondern die Rechtfertigung des Evangeliums gegenüber den Kritikern. Das Gleichnis schließt mit der vorwurfsvollen Frage: „Bist du neidisch, weil ich so gütig bin?“ Gott ist so gütig, dass er Erbarmen hat mit denen, die nur eine Stunde arbeiten konnten. Sie waren auf ihren Tageslohn zum Überleben angewiesen! In der rabbinischen Literatur werden ähnliche Beispiele erzählt, wobei auf die Produktivität der Arbeiter verwiesen wird. Es gibt welche, die in einer Stunde mehr leisten als andere während des ganzen Tages. Diese Gleichheit wird in dem Beispiel Jesu nicht hergestellt. Vgl. hierzu auch Joachim Jeremias: Die Gleichnisse Jesu, Göttingen 1962, S. 136 ff.

(2) Der Lohn kann, je nach dem Kriterium der Gerechtigkeit, nach der Anstrengung, nach den Bedürfnissen oder nach dem Prinzip der Gleichheit geleistet werden. Die Bibel lehnt den Belohnungscharakter nicht ab - sie weist aber auch darauf hin, dass auch der Bedürftige seinen Anteil zu erhalten habe! Weil Gott Israel gegenüber gütig war, deshalb sollen auch die Israeliten den armen Mitmenschen gegenüber barmherzig gesonnen sein!

(3) Eine Ausnahme wäre beispielsweise die Nachfrage nach Drogen oder Alkoholika. Wenn der übermäßige Gebrauch von Alkohol der Gesamtwirtschaft Schaden anrichtet, weil die betreffende Person hohe Gesundheitskosten der Gemeinschaft aufbürdet, dann entstehen sog. externe Effekte, die staatlicherseits zu korrigieren sind. Selbst in einer marktwirtschaftlichen Ordnung kann nicht jeder nach seinem freien Gutdünken das tun und lassen, was er möchte, wenn andere Menschen dadurch in ihrer Wohlfahrt betroffen werden.

(4) Vgl. dazu Thomas Straubhaar: Schutzzoll auf Arbeit - Das neue Gesicht des Protektionismus, in: List-Forum für Wirtschafts- und Finanzpolitik 22:3 (1996), S. 209 - 221.

(5) Das skurrile Denken des Entsendungsgesetzes wird schon an seiner Formulierung deutlich: „Gesetz über zwingende Arbeitsbedingungen zur Angleichung der Wettbewerbsvoraussetzungen“.

(6) Bei Dienstleistungen besteht das Problem der Überwachung der Leistung durch den, der diese Leistung beauftragt hat. Da der Prinzipal nicht über die Möglichkeiten voll informiert ist, muss er sich auf seinen Agenten, der zu seinen Gunsten entscheiden müßte, verlassen. So ist der Kranke eigentlich Prinzipal, der Arzt der Agent des Kranken, der für den Kranken als informierter Fachmann die beste Entscheidung trifft. Gleiches gilt für andere Dienstleistungen, wie beispielsweise Rechtsanwälte, Versicherungsmakler usw. Wird der Agent seinen eigenen Nutzen maximieren oder zum Wohl des Prinzipals handeln? Dies ist die Fragestellung, die in der Prinzipal-Agenten-Problem-Literatur behandelt wird. Dieses Problem taucht in jedem Arbeitnehmerverhältnis auf.

(7) Vgl. auch den Übersichtsartikel „Lohn“ von Hermann Ribhegge in: „Lexikon der Wirtschaftsethik“, hrsg. von Georges Enderle et al., Freiburg, Basel, Wien 1993 (Herder), Sp. 616 - 624.

(8) Auf biblische Aspekte der Arbeit und des Lohnes soll hier nicht eingegangen werden. Verwiesen wird auf meinen Beitrag „Vom Wert und Sinn der Arbeit“, in: Werner Lachmann (Hrsg.): Die Arbeitsgesellschaft in der Krise. Konsequenzen für den einzelnen und die Volkswirtschaft, Münster 1995, (LIT), S. 13 - 31.

Werner Lachmann

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