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Jesus Christus, Manager: biblische Weisheiten für visionäres Management

Jones, Laurie Beth Englischer Originaltitel: Jesus, CEO. Aus dem Englischen von Elisabeth Maravic. 2. Aufl. Wien: Signum-Verlag, 1997, 332 S., ISBN 3-85436-202-1

Im Vorwort zu diesem Buch setzt sich die Autorin ein hohes Ziel: „Jesus Christus, Manager: Biblische Weisheiten für visionäres Management ist ein praktischer Leitfaden, der Sie Schritt für Schritt mit den wahren Kommunikations- und Motivationstechniken vertraut machen soll.“ Sie möchte den „Omega-Managementstil“ einführen. Er soll die Prinzipien des Alpha- und des Beta-Managementstiles, also die eher maskulinen bzw. die eher femininen Weisen, Macht einzusetzen, in sich vereinen und erweitern. Die Autorin wählt Jesus als idealtypischen Manager, da er ihrer Meinung nach den Omega-Managementstil beispielhaft praktiziert hat.

Das Buch ist in mehr als 80 kurze Kapitel eingeteilt, deren Überschriften immer Aussagen über Jesu Verhalten beinhalten, z.B. „Er blieb seiner Mission treu“ oder „Er war bereit, den unüblichen Weg zu gehen“. Die Kapitel sind drei verschiedenen Themenbereichen zugeordnet: Stärke der Selbstführung und Persönlichkeitsentwicklung, Stärke der Handlung und Stärke der Beziehungen. Jedes einzelne Kapitel endet mit Fragen, die bei der praktischen Umsetzung des Erarbeiteten helfen sollen - das Buch ist offensichtlich als Arbeitsbuch gedacht, nicht als wissenschaftliche theoretische Abhandlung.

Durch die relativ kurzen Kapitel, die klare Strukturierung und viele Beispiele liest sich der Text sehr flüssig. Das Buch ist durchaus unterhaltend, gibt aber auch eine Reihe von interessanten Denkanstößen.

Allerdings sind viele Aussagen überraschend und nicht immer biblisch exakt. Wann etwa hätte Jesus bei einem Fest vergessen, den Wein mitzubringen (so zu lesen auf S. 62)? Und ob Jesus, bevor er auf dem Wasser wandelte, wirklich den Wasserzellen gebot, sich zu vereinigen (vgl. S. 99)? Derartige Details stören - und sie wären vom Sinnzusammenhang nicht notwendig.

Unangebracht wirken auch Kapitel, die nur laut Überschrift Jesu Handeln beschreiben, letztlich aber ausschließlich aus Beispielen vom Verhalten anderer Menschen bestehen. So enthält z.B. das Kapitel „Er ging Schritt für Schritt vor“ nicht ein einziges Handlungsbeispiel aus dem Leben Jesu (S. 148 ff.).

Eine Tendenz zum Patentrezept, zu einer Art „positivem Denken“ mit einer Beinahe-Erfolgsgarantie, ist den Ausführungen - einschließlich dem Anhang mit seinen „Erbaulichen Gedanken für Führungskräfte“ leider nicht abzusprechen. Und nach der Lektüre stellt sich die Frage, wie denn nun der Omega-Managementstil zusammenfassend beschrieben werden kann. Ein derartiges Fazit fehlt leider.

Dennoch ist es bestimmt keine verlorene Zeit, dieses Buch einmal kritisch und vielleicht auch betend zu lesen. Viele der Aussagen sind nachdenkenswert, viele der im Buch beschriebenen Beispiele aus dem Leben Jesu wie auch aus dem Handeln anderer Personen zeigen gute Führungsprinzipien, die am Arbeitsplatz durchaus weiterhelfen können.

Dr. Christiane Suthaus; Universitätsbibliothek Köln; suthaus@ub.uni-koeln.de

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